Mittagsgebet

Mittwoch - Mittags um 12.00 Uhr: Mittagsgebet in St. Matthäus


 

Auf der Höhe des Tages - in der Mitte der Woche. Stille halten, das Herz und die Seele berühren lassen von Gottes Gegenwart.
Ein Lied,
ein Psalm,
ein Bibelwort,
ein Wort der Kirchenväter- und mütter
und
Ein Segen...

Herzliche Einladung 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch-Mittags um 12.00 Uhr - Mittagsgebet in St. Matthäus 

Mittwochs, auf der Höhe der Woche, fünf vor Zwölf läuten die Glocken und laden ein, für eine halbe Stunde den Alltag zu unterbrechen. Ein Lied, ein Psalm, ein Bibelwort und dann Worte aus dem Wurzelwerk des Christentums, Texte der Kirchenväter. Das Mittagsgebet ist eine Zeit, zu hören, zu singen und Gott die alltäglichen, gewöhnlichen und manchmal auch banalen Worte zu sagen, die unverstellt und ungedrechselt aus dem Kopf und dem Herzen kommen. 


Hl. Augustinus (354-430): Was sind Wunder? 

Das Wunder unseres Herrn Jesus, wodurch er aus Wasser Wein machte, ist für jene nicht erstaunlich, die wissen, dass Gott Wunder wirkt. Wer sich schwer tut, das zu glauben, bedenke: An jenem Tag der berühmt gewordenen Hochzeit machte Derselbe aus Wasser Wein, wie der, der dies jedes Jahr in den Weinstöcken tut. Genauso wie das, was die Diener in die Krüge gossen, in Wein verwandelt wurde durch das Tun des Herrn, so wird auch der Regen, den die Wolken ausgießen, in Wein verwandelt durch das Tun desselben Herrn.
Darüber aber wundern wir uns nicht, weil es alljährlich geschieht; durch die stete Wiederholung ist es nicht mehr auffallend. Doch findet es auch eine vielseitigere Aufmerksamkeit als das, was in den Krügen aus dem Wasser geworden ist. Denn wer kann die Werke Gottes, durch welche die ganze Welt geleitet und verwaltet wird, betrachten und muß nicht staunen und von den Wundern gleichsam überwältigt werden?
Wer die Kraft eines einzigen Kornes betrachtet, eines beliebigen Samens, erkennt, dass es etwas Großes ist, ein Gegenstand des Erstaunens für den Betrachtenden. Allein weil die Menschen, auf anderes bedacht sind und die Aufmerksamkeit auf die Werke Gottes verloren haben, in der sie täglich den Schöpfer preisen sollten, hat Gott sich vorbehalten, gewisse außerordentliche Dinge zu tun, um die gleichsam schlafenden Menschen zu seiner Erkenntnis und Verehrung in auffallenderer Weise zu regen.
Ein Toter ist aufgestanden, die Menschen haben sich verwundert - so viele werden täglich geboren, und niemand wundert sich. Wenn wir genauer darüber nachdenken, so ist es ein größeres Wunder, dass einer, der bisher nicht war, wird und ist, als dass einer, der war, wieder auflebt.
Derselbe Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, tut jedoch durch sein Wort dies alles, und der es erschaffen hat, leitet es auch. Die früheren Wunder hat Gott getan durch sein Wort, das Gott ist bei ihm; die späteren Wunder hat er durch eben dieses, sein Wort getan, das Fleisch angenommen und unsertwegen Mensch geworden ist. Wie wir bewundern, was durch den Menschen Jesus geschehen ist, so wollen wir bewundern, was durch den Gott Jesus geschehen ist. Durch den Gott Jesus ist geworden der Himmel und die Erde, das Meer und aller Schmuck des Himmels, der Reichtum der Erde, die Fruchtbarkeit des Meeres; all das, was vor Augen liegt, ist durch den Gott Jesus geworden. Wir sehen das, und wenn in uns sein Geist ist, gefällt es uns so, dass wir den Künstler loben, aber nicht dass wir, zu den Werken gewendet, von dem Künstler uns abwenden und, das Gesicht gewissermaßen hinrichtend zu den Werken, den Rücken gegen den Werkmeister kehren.